Feb
20
to Apr 14

Ludwig Wilding - Victor Vasarely

In der Ausstellung werden kinetische schwarz-weiß Originale und Editionen von Ludwig Wilding den farbigen Op-Art Werken von Victor Vasarely gegenüber gestellt.

                             
LUDWIG WILDING (1927 - 2010)

„visuelle kunst findet primär über den kanal des auges statt“ – dies ist ein Schlüsselsatz aus einem Text Ludwig Wildings aus dem Jahre 1975. Er, der von sich sagte, er mache keine Op-Art, fordert uns heraus, über diesen Begriff zu reflektieren, denn zweifelsohne ist jede kreative Leistung, die mit dem Auge rezipiert wird eine „optische“ Kunst. Er benutzte gerne den Begriff „irritative kunst“, er wollte die Grenzen visueller Wahrnehmung erkunden. Seine Arbeiten hinterfragen die Perzeptionsgewohnheiten des Betrachters und die Interaktion von Auge und Gehirn. Wichtig war für ihn auch die Interaktion des Betrachters, denn nur durch dessen Position im Raum oder dessen Bewegungen verwandelt sich schlussendlich das meist flache Objekt zu einem dreidimensionalen Seherlebnis.

Ludwig Wilding zählt zu den führenden Persönlichkeiten dieser Kunstrichtung, als deren Bezeichnung sich der Begriff „Op-Art“ dennoch international festgeschrieben hat.

VICTOR VASARELY (1906 - 1997)

Der im ungarischen Pécs geborene Victor Vasarely gilt als Begründer der Op-Art und als einer der bedeutendsten Künstler der 1960er und 70er Jahre.

Bereits 1944 beschäftigte sich Vasarely mit abstrakter, konstruktivistischer und früher kinetischer Kunst, u.a. von Duchamp, Calder, Man Ray oder Tinguely. Seit 1947 entstanden geometrisch-abstrakte Kompositionen, die auf Projektionen von Quadrat-, Rauten-, Dreieck-, Kreis- und Stabformkonstruktionen und einem von ihm selbst entwickelten 220 Farben umfassenden Farbkanon basieren und mit denen er immer stärkere 3-dimensionale Bildwirkungen erzielte. In den 1950er Jahren wurde Victor Vasarely er zum Initiator einer neuen Kunstform, die sich auf optische Bewegungseffekte und Wahrnehmungsphänomene fokussierte – der Op-Art.

In den 60er und frühen 70er Jahren wurde Victor Vasarely zum meist ausgestellten und meist gesammelten Künstler seiner Zeit. Auf der Documenta I-III (1955, 1959, 1964) war Vasarely ebenso vertreten wie in zahlreichen musealen Einzelausstellungen in aller Welt. 1970 wurde ein Vasarely-Museum auf Chateau de Gordes geöffnet, 1976 die Vasarely Foundation in Aix-en-Provence und das Vasarely-Museum im Geburtshaus des Künstlers im ungarischen Pécs. 1987 eröffnete schließlich das Vasarely-Museum in Schloss Zichy in Budapest.

Auch als Designer setzte Vasarely Zeit seines Lebens besondere Akzente. 1972 entwarf er das Rauten-Emblem für Renault und das spiralförmige Logo für die Olympischen Spiele in München.

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